Gefährdung des friedlichen Miteinanders

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Müssen wir nun Angst haben, daß wir während des Freitaggebetes von Spezialeinheiten überfallen werden?

Heute, am Freitag, den 10. März 2017 besuchten Streifen mehreren Gebetshäuser in Vorarlberg zeitgleich. Es folgten Befragungen wie „warum habt ihr euch hier versammelt“ und „wird hier eine Demo geplant“. Die Antwort ist im u.g. Paragraphen des Islamgesetzes 2015 klar ersichtlich.

Seit über 50 Jahren wird der Islam in Österreich aktiv gelebt. Seit über 50 Jahren folgen muslimische Menschen u.a. den wöchentlichen Gebetsrufen der Imame. Seit über 50 Jahren wird das Freitagsgebet gesammelt in dafür vorgesehenen Räumlichkeiten verrichtet.

Was wird mit solchen Aktionen bezweckt? Will man den Österreichern mit einem islamischen Glauben Angst einjagen? Ist das politisch motiviert, auf Grund des Referendums, welches in 5 Wochen in der Türkei stattfindet? Werden Menschen die ihren Glauben ausleben wollen pauschal als Gefährdung angesehen?

Das ist nicht hinnehmbar und schadet dem gemeinsamen Miteinander, schürt Ängste und führt dazu daß sich die Gesellschaft mehr und mehr spaltet. Das Vertrauen in die Exekutive ist in dieser Community mindestens gleich viel wie in der Mehrheitsgesellschaft. Man achtet die Gesetze und schätzt die Arbeit der Beamten. Es ist nicht zu verkennen, daß diese Aktion nicht auf der Eigeninitiative der Polizeidirektion zurückzuführen ist, sondern klar politisch motiviert ist.

Es sollte jedem klar sein, daß eines der Werte dieser Community unbestritten die Zivilcourage und der Mut ist, gegen Ungerechtigkeit vorzugehen.

Wir, die NBZ, warnen davor mit diesen Aktionen dem friedlichen Zusammenleben in Österreich einen weiteren Schaden hinzuzufügen. Dies dient ganz und gar nicht dazu, daß sich Menschen mit Wurzeln im Ausland dem Staatsgebilde vertrauen und sich sicher fühlen.

 

Islamgesetz 2015

Feiertage § 13.

(1)    Feiertagen und der Zeit des Freitagsgebetes wird der Schutz des Staates gewährleistet. Ihre Termine richten sich nach dem islamischen Kalender. Die Tage beginnen mit Sonnenuntergang und dauern bis Sonnenuntergang des folgenden Tages. Die Gebetszeit ist am Freitag von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr.

(2)    Feiertage sind  a) Ramadanfest (3 Tage)  b) Pilger-Opferfest (4 Tage)  c) Aschura (1 Tag).

(3)    An den in Abs. 2 bezeichneten Tagen und während des Freitagsgebetes sind in der Nähe von Kultstätten und sonstigen Kultusgemeinden zu gottesdienstlichen Zwecken dienenden Räumen und Gebäuden alle vermeidbaren, Lärm erregenden Handlungen, die eine Beeinträchtigung der Feier zur Folge haben könnten, sowie öffentliche Versammlungen, Auf- und Umzüge, untersagt.

 

NBZ Landesparteiobmann

Murat Durdu